von oFb-Team » 30.07.2010, 12:58
Hallo,
wie schon gesagt: Das Ersetzen von fehlenden Antworten muss man gut begründen können - und dann halt einfach machen. Allerdings kann man 5 Fälle auch weglassen.
Negative Cronbach's Alpha deuten darauf hin, dass (a) negative Items vor der Prüfung nicht korrekt umkodiert wurden oder (b) die Skala nicht eindimensional ist (dann steht eine Faktorenanalyse an). Auch bei Ja/Nein-Fragen ist das nötig.
Grundsätzlich gelten für Cronbach's Alpha grob folgende Richtwerte:
> 0,9 ist ein Grund für eine Flasche Sekt
> 0,7 ist in Ordnung
> 0,6 ist gerade noch akzeptabel
< 0,6 und/oder negativ ist keine reliable Messung - wird evtl. besser, wenn man einzelne Items der Skala weglässt (SPSS verrät, was man weglassen muss, wenn man die Statistik "Alpha, wenn Item gelöscht" aktiviert)
Aus dem alpha kann man grob den Anteil an "Datenmüll" berechnen, also dessen, was gemessen wird aber nichts mit dem Konstrukt zu tun hat: Einfach 1 - Alpha². Hat man also ein Alpha von 0,7, dann wäre Alpha² = 0,49 und 1-Alpha² ist 0,51 oder 51% der Varianz ist "Datenmüll". Bei 0,6 sind es schon 64%. Daher auch der klassische Grenzwert von 0,7, weil man da zumindest noch 50% des Konstrukts mit der Skala abbildet.
Außerdem hängt der Cronbach's Alpha stark mit der Anzahl der Items zusammen. Ein Alpha von 0,65 bei 3 Items ist also noch eher akzeptabel als bei 20 Items.
Viele Grüße
Dominik Leiner
oFb-Team